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Den Wandel gestalten, nicht nur erleiden
Standortbestimmung    9 Fragen

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1. Wer bin ich in dieser Welt? Was hat mich in meinem bisherigen Leben geprägt, mir meinen Platz zugewiesen?

2. Wie weit stimme ich überein mit meinem gegenwärtigen Tun, sei es im Beruf, sei es im ausserberuflichen Bereich? (Wieviel von meiner Identität bringe ich in mein Tun ein oder schöpfe ich daraus?)

3. Wie erlebe ich meine Beziehungen zu anderen Menschen, wann und wo auch immer ich ihnen begegne? Welchen Platz nehmen andere in meinem Leben ein, welchen Einfluss auf mein Leben gestehe ich ihnen zu?

4. Wie viel Kraft, Energie, Ausdauer steht mir für mein derzeitiges Leben zur Verfügung? Wie oft fühle ich in mir Tatendrang, wie oft Müdigkeit? Wie wirkt sich Kranksein auf mein Lebensgefühl aus? Wie erlebe ich meinen Körper?

5. Befällt mich zuweilen Existenzangst: das Befinden, den Anforderungen des Lebens nicht gewachsen zu sein? Oder bin ich im Gegenteil und überwiegend von Zuversicht getragen, im Vertrauen auf die guten Kräfte, die meinem Leben immer wieder  die Richtung weisen?

6. Welches ist zur Zeit die Bedeutung von Geld und materieller Sicherheit für meine Lebensführung? Bin ich diesbezüglich noch für andere verantwortlich (z.B. meine Familie), und wie stark prägt dies meinen Handlungsspielraum?

7. Trage ich in mir Wünsche, Visionen, Sehnsüchte, die zu meinem gegenwärtigen Leben kontrastieren, gar in Widerspruch stehen? Wie wirkt sich dies auf meine Befindlichkeit aus?

8. Steht mir der Gedanke, dass ich älter werde und meine Lebenszeit begrenzt ist, nahe – oder meide ich ihn? Glaube ich an ein „Leben nach dem Tode“ und hat dies Bedeutung für mein „Leben vor dem Tode“?

9. Lockt mich die Vorstellung, meinem Leben, bewusst und initiativ, nochmals einen „Schub“ zu geben, eventuell eine neue Ausrichtung? Mute ich mir dieses Vorhaben zu?


Neun Fragen! Sie stehen für neun Aspekte des „Guten Lebens“, um das wir alle, jede auf ihre Art, bemüht sind. In den neun Fragen verdeutlicht sich auch unsere Erfahrung mit dem „älter werden“, diese besondere Qualität unseres Seins zwischen Geburt und Tod. So als möchten sie uns daran erinnern: „Es wird Zeit, der Mensch zu werden, der du (eigentlich!) bist!“



Edmond Tondeur
 

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